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Der Bahnverkehr ist lahmgelegt, der Osterbrief wird nicht mehr rechtzeitig zugestellt – Verdi und der DGB haben zu Warnstreiks aufgerufen. Nicht selten lassen Streikbetroffene ihrem Unmut freien Lauf. „Was, schon wieder Streik? Was wollen die denn jetzt schon wieder? Wie wär‘s zur Abwechslung mal mit Arbeit, statt Streik?”
Diese Forderung ist verständlich. Auch wenn der Streik einen starken Einschnitt in den täglichen Alltag bedeutet, so ist er fast immer ein Schritt in Richtung eines neuen Tarifvertrags. Die Arbeitsniederlegungen bleiben meist temporär begrenzt und sollen dem Arbeitgeber als Warnung dienen. Durch die kurze Dauer wird mit geringen wirtschaftlichen Verlusten gezeigt wie wichtig die Arbeitnehmergruppe für das Unternehmen ist und wie hoch die finanziellen Einbußen bei einem langen Arbeitskampf  für den Arbeitgeber sind. So soll eine schnelle Einigung und Umsetzung der Forderungen der Gewerkschaft herbeigeführt werden. Dass eine schnelle Einigung nicht immer der Fall ist wird spätestens dann spürbar, wenn die Bahn tagelang still steht oder der Brief eine Woche später als üblich eintrifft.
Behalten Sie einen kühlen Kopf und haben Sie Verständnis für den jeweiligen Streik. Der Streik ist das einzige Mittel um die häufig berechtigten Forderungen durchzusetzen oder die Verhandlungsbereitschaft der Arbeitgeber (wieder) zu erlangen.